Hallo zusammen,
ihr kennt vermutlich die Diskussion über die LoRa Presets in Meshtastic und dessen Umstellung die früher oder später leider passieren zu scheinen muss.
Hier findet ihr mehr seitens Meshtastic.
Im wesentlichen geht es darum, das Default Preset das die meisten dadurch auch nutzen (LongFast) auf ein anderes zu wechseln um vor allem das Netzwerk nicht so sehr zu blockieren/belasten.
Mein Router auf dem Dach der Hochschule empfängt bis zu 400 Nodes im Ruhrgebiet und hat damit eine Kanalauslastung von min. 20%. Dabei werden gar nicht so viele Nachrichten in den Öffentlichen Kanälen empfangen... Hier geht vor allem Telemetrie durch. Und natürlich Private End2End Nachrichten..
Jedenfalls ist das Netzwerk dadurch gut ausgelastet obwohl es noch gar nicht belastet wird. Wenn jetzt der Ernstfall kommt und wir auf Meshtastic angewiesen sind, wird es vmtl. an Tag 1 an seine Grenzen kommen.
Das Problem ist, dass die meisten Nutzenden das gar nicht merken. Sie senden eine Nachricht und sie wird nicht durchgestellt. Die Folgerung wird sein, dass man keine Verbindung zu anderen hat, oder es zu wenig Teilnehmer im Netzwerk gibt. Dabei kann es auch an Auslastung von strategischen Knoten liegen, oder an Kollisionen bei dritten. Wir wissen es schlicht nicht. Einzig die Kanalauslastung kann ein Indikator sein, dass das Netzwerk an seine Grenzen kommen. Hier ist der Duty Cycle den wir im ISM Band zwingend einhalten müssen (und die Nodes das auch tun) ein wichtiger Punkt. Je nach Kanal darf eine Node 1% oder 10% der Zeit senden und den Kanal belasten.
In meiner Abschlussarbeit als Informatiker habe ich Messungen im LoRaWAN durchgeführt. Viele Tausend Messungen. Hier habe ich gemerkt, dass SF12 (Spreadingfactor) kaum Verbesserungen zu SF11 oder SF10 bringt. Es zeigte sich auch, dass gutes Wetter und vor allem eine gute Antenne + gute Position (nicht zu nah am Boden, lieber auf einem Dach, nicht hinter dicken Scheiben,..) viel wichtiger ist als der Spreadingfactor oder die DateRate.
Entsprechend wunderte mich, dass Meshtastic als Default Setting SF11 nutzt. Hier wurde sicher nicht mit Netzwerken gerechnet die >50 Nodes beinhalten, sondern eher den Notfunk als AdHoc Netzwerk beim Wanden o.ä. gedacht.
MeshCore erfreut sich einer großen Beliebtheit, trotz MIT Lizenz und dem Fakt, das es deutlich jünger ist. Ich denke es liegt an der geringeren Bandbreite von 62 zu 250, der anderen Netzwerktopologie, sodass weite Strecken Gehoppt werden kann, aber vor allem der Defaulteinstellung von SF8. Hier gehen weniger Nachrichten verloren, das Netzwerk bleibt stabil, kaum Kollisionen.. usw.
Trotz in der Theorie schlechterer Reichweite, bzw. schlechterem Dekodieren im Rauschen, wird hier häufig von besserem Empfang berichtet...
Nun ist es an uns die Einstellung von LongFast zu z.B. ShortSlow zu wechseln um das Netzwerk wieder stabil zu bekommen.
Auf dem Dach der Hochschule steht ein LongFast und ein ShortSlow Knoten um die Umstellung zu ermöglichen. Ich möchte auch nichts erzwingen, indem ich den LongFast abbaue.
Alternativ ginge es natürlich auch, dass die meisten Endgeräte in den Rucksäcken und Hosentaschen als "Client_Mute" laufen und strategisch gute Punkte als Router die nicht alle Telemetriedaten weiterleiten..
Die Community im Rheinland hat diesen Wechsel bereits durch: https://map.meshrheinland.de/
Was meint ihr? Alles so lassen? Umstellen? Und wenn ja, step by step, an einem Stichtag, mit Organisation, oder hoffen, dass es schon wird?! Parallelbetrieb? Oder Meshtastic als AdHoc beibehalten? Und als großes Netzwerk lieber auf MeshCore setzen?
Ich bin auf eure Meinung gespannt!